Das Seniorenpad (????) CAT Nova – Android 4 ahoi!

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Die Sehnsucht nach Android 4 (Ice Cream Sandwich oder auch ICS) war schon groß. Das Pad blieb zickig und absturzfreudig. In Foren und auf Webseiten war nachzulesen, dass es unterschiedliche Probleme mit dem Tablet gab, anscheinend wurden leicht verschiedene Komponenten verbaut, anders kann man sich die diversen Gruppen gleichartiger Zickigkeiten nicht erklären.

CAT Sound machte dann den Fehler, auf seiner Facebookseite anzukündigen, ICS für die CAT-Tablets käme im Juni raus. Jetzt warteten die Anwender natürlich täglich auf die neue Version, und als dann tatsächlich am 7. Juli – wie nach allerletzter Ankündigung – die Version vorlag, allerdings erst im Lauf des Vormittags, waren einige schon fast verzweifelt. Möglicherweise waren die Menschen noch geschockt vom Debakel um die Flughafeneröffnung des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg BER, das hatte ja auch nicht geklappt. Berlin verströmt wohl ein Verspätungsgas, und das ersten Anzeichen dafür ist das Aufkommen leerer Versprechungen.

Wie dem auch sei, am 7. Juli lag also eine finale Version von Linux 4 für das CAT Nova vor. Ich muss zugeben, dass ich vorher auch schon mit einer Beta-Version herumgespielt hatte, die allerdings auch nicht besonders war. WLAN war damit fast gar nicht mehr zu bekommen, ständig schaltete es sich aus. Die finale Version ist, das muss man sagen, um einiges stabiler. Es soll allerdings irgendwann noch eine Version erscheinen, die man dann nicht mehr via USB vom PC installieren muss, sondern die automatisch von der SD-Karte eingespielt wird und die noch mehr Fehler beheben soll.

Das ist auch bitter nötig, noch immer gibt es Aussetzer beim WLAN, wenn auch nicht mehr so oft wie vorher. UMTS-Sticks werden nicht unterstützt und insgesamt zeigt das Gerät immer mal wieder seltsame Mucken.

Wachte es in den alten Versionen oft nicht aus dem Standby auf, verweigerte mein Gerät nun den Standby beharrlich, mit der Konsequenz, dass auf diese Weise das eingeschaltete Tablet nach spätestens 4 Stunden einen leeren Akku hat. Seltener geworden sind Systemabstürze, aber viele Programme starten erst beim zweiten Aufruf, wie z.B. Opera, das sich beim ersten Mal unkommentiert wieder schließt, beim zweiten Mal aber zuverlässig funktioniert. Dabei ist es egal, ob Opera direkt über das Icon aufgerufen wird oder über einen Link in einer anderen App.

Mein Fazit nach mehr als einem halben Jahr mit diesem Gerät: Einem ungeübten Benutzer (in diesem Fall einer Seniorin ohne Computererfahrung) möchte ich es leider nicht in die Hand geben, denn Systemabstürze und hakelige Programmstarts würden eher verunsichern und das Verhältnis Nutzer-Gerät dauerhaft belasten.

Sind also Tablets aus dem Niedrigpreissektor einfach nicht zu gebrauchen? Da habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Zum einen denke ich immer noch, dass die Jungs (ob da auch Mädels dabei sind?) von CAT Sound das schaffen können, wenn nicht, sieht ihre Zukunft als deutsche Hardwareschmiede nämlich ziemlich duster aus.

Zum anderen glaube ich, dass die einfachen Geräte gerade für Senioren eine Zukunft haben, denn natürlich teste ich eher im Power User-Modus (Basics wie WLAN müssen dann aber wenigstens funktionieren!). Ich glaube, die App-Entwickler haben aber noch nicht verstanden, dass die Zukunft des Marktes gerade dort liegt, wo computerunerfahrene Benutzer abgeholt werden, und davon gibt es bis in die jüngeren Altersklassen recht viele. Die Spezialisierungen und Professionalisierungen der Apps sind schöne Spielereien, damit wird so getan, als könne ein Tablet einen Desktop- oder Laptop-PC ersetzen. Und dementsprechend wird von den Geräten auch eine Leistungsfähigkeit erwartet, die eigentlich viel zu hoch angesetzt ist. Pads und Tablets werden aber am Ende dort landen, wo schnelle und einfache Anwendungen gebraucht werden, wo Ungeübte ins Internet gehen können und ihnen Lern- und Kommunikationskanäle eröffnet werden.

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