Plattmachen (oder: Mein Netbook, Ubuntu und ich)

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Als mein Acer Aspire One noch neu war – das ist jetzt schon 4 Jahre her – habe ich gleich nachdem ich ihn in den Händen hatte nach einer Alternative für Linpus Lite gesucht, das vorinstallierte Linux-Betriebssystem in der von Acer angepassten Version. Ich hatte mich nach einigem Rumprobieren für Ubuntu entschieden, für das die Community eine spezielle Netbook-Variante entwickelt hatte, Ubuntu Netbook Edition bzw. der Ubuntu Netbook Remix, wie er vor Ubuntu 10.04 hieß.

Mit der Einführung von Unity ab Ubuntu 11.04 wurde die Weiterentwicklung der Netbook Edition eingestellt, da die zugrunde liegenden Ideen und Konzepte nun Bestandteil der Standardoberfläche von Ubuntu sein sollten.  Die offizielle Unterstützung für die Ubuntu Netbook Edition 10.04 endete im Oktober 2011, die Unterstützung für die Ubuntu Netbook Edition 10.10 endete im April 2012 und wenn alles mit rechten Dingen zugeht, kann man nun die normale Ubuntu-Version auf dem Netbook verwenden ohne sich Hirn und Finger zu brechen …

Seit gestern nun hat das Netbook einen Systemfehler gemeldet. Irgendein apt-Weißnichtwas jammert. Langsam wurde das gute Stück in letzter Zeit sowieso und überhaupt, also … never change a running system but a system das humpelt, schmeiß schnell away and do it neu!

In bekannter Manier wird auch as neue System vom USB-Stick installiert. Dazu besorge ich mir die aktuelle Ubuntu Version und den aktuellen Universal USB Installer von pendrivelinux.com, um direkt aus Windows heraus meinen bootfähigen Ubuntu-USB-Stick zu generieren. Irgendwo habe ich das schon einmal beschrieben, aber jede Installtion ist ja wie neu angefangen …

Hier wähle ich mir oben die neueste Ubuntu-Version aus, die ich auf dem Rechner gespeichert habe (standardmäßig landen Downloads ja auf dem Desktop, bei mir aber wo anders, weswegen ich in der nächsten Eingabezeile mit Browse den Aufenthaltsort der heruntergeladenen .iso-Datei angebe). Dann muss man noch den Laufwerksbuchstaben des eingestöpselten USB-Sticks auswählen (vorher noch einmal genau nachschauen, dass man auch den richtigen erwischt hat!) und schon läuft das Ding völlig selbstständig und erstellt einen bootbaren USB-Stick mit Ubuntu drauf. Schön!

Ich habe vermeintlich alle Daten gesichert, die ich haben möchte, einschließlich des Thunderbird-Geraffels. Hoffe ich. Und jetzt geht’s los: Dienstagmorgen, 9.20 Uhr „Ubuntu 12.04.1 löschen und neu installieren“!

Kennt die wertgeschätzte Leserschaft dieses mulmige Gefühl, wenn ein bestehender Rechner platt gemacht und völlig neu aufgesetzt wird? Dieses: „Irgendwas habe ich jetzt bestimmt vergessen!“? Also ich kenne das zur Genüge und koste es jedes Mal voll aus!

Und während Dinge auf dem Netbook geschehen, die ich nicht im Griff habe, tigere ich umher. Trinke einen Kaffee, lasse seinen Vorgänger auf natürlichem Weg wieder heraus, suche nach Blattläusen auf der Rosenpflanze, räume die Spülmaschine aus … Richtig, mir geht es nicht wirklich gut dabei!

10.00 Uhr. Während ich noch Wäsche zum Waschen sortiert habe, ist die Installation abgeschlossen. Jetzt soll ich das Gerät neu starten. Die Spannung steigt, was werde ich zu sehen bekommen? Nicht dass ich ein völlig neues Ubuntu erwarte, das nicht. Aber was die Geschwindigkeit anbelangt, würde ich mich doch gerne überraschen lassen. Mein erster Anlaufpunkt ist das Software-Center, um neu zu installieren, was jetzt verloren gegangen ist. Dropbox, Tweetdeck, Chrome, Pidgin, Zattoo, Thunderbird (ach, ist schon vorinstalliert), Teamviewer. Das läuft jetzt gar nicht so schlecht, Dropbox zickt aber erstmal. Ich lasse die Aktualisierungen laufen und starte dewegen erst einmal alles neu.

Und ich kriege beim Starten von Dropbox die Meldung, das sei eine veraltete Version (stammt aus dem Software-Center) und ich soll eine neue besorgen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich musste die Dropbox noch einmal deinstallieren und die neue Version von der Dropbox-Webseite dafür installieren, dann lief alles glatt. Ich hätte mir aber locker 15 Minuten Wartezeit und Rumprobieren sparen können, sowas ist ärgerlich!

Google Chrome wird die nächste Herausforderung. In der alten Installation wollte die neueste Version nicht laufen, wieso auch immer. Jetzt ist aber alles glatt gezogen und funktioniert hoffentlich. Das Software-Center bietet mir Chromium an, das ist ein von der Entwicklergemeinde auf der Basis von Chrome programmierter Browser. In einer anderen Situation würde mir das gefallen, ich aber habe im Hinterkopf, ein Chrome AddOn zu installieren, die mir das Lesen meiner kindle-Dokumente auf dem Netbook ermöglicht und da hatte ich mit der Chrome-Version auf dem jetzt plattgebügelten Ubuntu schon Stress. Lieber installiere ich also das original Chrome, dann kann ich auch gleich noch schauen, ob ich den Drucker über die Google Cloud aktiviert bekomme. Aber erst einmal Chrome … das dauert … aber funktioniert! Ha! Den Pakt mit dem Teufel Google habe ich geschlossen und erneuere ihn jetzt auf dem Netbook!

Ab jetzt gibt es Zickigkeiten in Wellenbewegungen. Schockiert hat mich, dass es tweetdeck nicht mehr als normale Desktop-Applikation gibt, sondern nur noch als Chrome-Erweiterung. Und da wolkt es wieder, ich melde mich mit meinem tweetdeck-Account an. Das funktioniert Gott sei Dank noch nicht überall bei mir, auf dem PC habe ich noch eine uralte Air-Version laufen und auf der kann ich twitter Accounts so viele ich will und wie ich sie will einbinden, ohne dass ich sie auf anderen Geräten genauso sehe. Will ich nämlich gar nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Nachmittag, 16 Uhr … so allmählich ist das Netbook wieder eingerichtet. Dazwischen lagen natürlich noch ein paar andere Tätigkeiten wie essen und arbeiten. @Renaade hat mir über twitter geschrieben, ich solle doch mal Bodhi Linux ausprobieren. Auf ihrem Netbook nämlich hat die neueste Ubuntu-Version überhuapt nicht mehr funktioniert und sie suchte einen leichtgewichtigen Ersatz.

Och, und das könnte ich doch mal als nächstes machen … 😉

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Ein Kommentar

  1. avatar

    Chrome macht nur meinen Rechner konfus. nichts geht dann mehr. Zuerst ok, dann alles weg oder durcheinander.

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